1. Deutschkurs: Ein diversifiziertes Angebot für alle

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    18. April 2016 von fhkaleu

    Der Deutschkurs unserer Initiative FLÜCHTLINGSHILFE KALTENLEUTGEBEN, an dem alle vier syrischen Ehepaare aus Kaltenleutgeben seit Herbst 2015 teilnehmen, geht in die Phase der ersten Prüfungen. Zwei TeilnehmerInnen werden Ende April die A2 Prüfung an der Volkshochschule Meidling ablegen. Drei KursteilnehmerInnen sind für eine „Probeprüfung A1“ an der Pädagogischen Hochschule Wien angemeldet und einer für die „echte“ A1 Prüfung. Alle sind sehr gut für die bevorstehenden Prüfungen gerüstet.

    Dank unserer Fremdsprachenlehrerin Eva Poisel werden in unterschiedlichen Gruppen vier Mal pro Woche Kurse angeboten. Weitere Ehrenamtliche geben individuellen Förderunterricht nach Bedarf: etwa für die besonders Fortgeschrittenen oder in Konversationsstunden.

    doktorhut-collegehutDer Deutschkurs hat übrigens sein Angebot auf eine weitere Zielgruppe in Kaltenleutgeben ausgeweitet: Als einige türkische Mitbürgerinnen aus Kaltenleutgeben im Februar die Initiative ergriffen, um Aufnahme in den Unterricht zu ersuchen, wurde kurz entschlossen der Kurs für sie erweitert. Nun besuchen fünf Türkinnen den Kurs. Es ist eine ausgesprochen interessierte Gruppe, das gemeinsame Lernen lebt vom intensiven Austausch über Kochen, Essen, Lebensgewohnheiten bis zu Kindererziehung – ein gelungenes Beispiel interkultureller Kommunikation.

    Seit Jahrzehnten hat Kaltenleutgeben einen erheblichen Anteil austro-türkischer MitbürgerInnen. Ehemals im Zementwerk beschäftigt, sind viele nach der Schließung des Werks im Ort geblieben und haben die früheren Werkswohnungen im Eigentum erworben. Für die Neuankommenden im Familienverband gab es bisher keine Möglichkeit des Spracherwerbs vor Ort. Wir freuen uns ganz besonders, ihnen diese Möglichkeit nunmehr bieten zu können und sie bei ihrem Start in ihr neues Leben in Österreich unterstützen zu können.

  2. Wir in der NÖN

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    29. März 2016 von fhkaleu

    Im März hat die NÖN zweimal über unsere Initiative berichtet:

    In der Woche 10/2016 über unsere Ehrung durch den Kaltenleutgebner Gemeinderat:
    NÖN_10_2016

    Und in der Woche 9/2016:
    NÖN_09_2016

  3. Wir sind geehrt

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    8. März 2016 von fhkaleu

    „Der Gemeinderat der Gemeinde Kaltenleutgeben spricht der Flüchtlingshilfe Kaltenleutgeben Dank und Anerkennung für das großartige Engagement im Bereich der Unterbringung und Betreuung der in Kaltenleutgeben wohnhaften Flüchtlinge aus.“

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    So steht es in der Dankurkunde, die uns Bürgermeister Josef Graf am Freitag, den 4. März 2016 im Rahmen einer schönen Feier im Beisein aller Fraktionen im Gemeindezentrum überreicht hat.

    UrkundeAllen Mitgliedern unserer privaten Initiative, die es durch ihren großartigen Einsatz während der letzten Monate möglich gemacht haben, fünfzehn vor Krieg und Verfolgung geflüchteten Menschen (darunter 7 Kindern) aus Syrien in Kaltenleutgeben ein neue Zuhause zu schaffen, wurde somit die Würdigung zuteil, auf die sie im täglichen Erleben nicht immer stoßen.

    Wir nehmen die Ehrung als gesellschaftlichen Auftrag unserer Gemeinde, unsere Bemühungen weiter zu verstärken. Und als Zusicherung, dabei von unseren GemeindevertreterInnen bestmöglich unterstützt zu werden.

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    Im Kaltenleutgebner Gemeinderat im letzten Dezember von den grünen Gemeinderätinnen initiiert, haben alle Fraktionen zugestimmt, unserer Initiative ihren Dank und ihr Vertrauen zuteilwerden zu lassen. In einem sich gegenwärtig in Österreich ausbreitenden politischen Klima, das – je weiter rechts umso lauter – „das Boot ist voll“ trommelt, können wir dieses verbindliche Zeichen unserer Gemeindevertretung für ein gutes Miteinander nicht hoch genug schätzen.

    Diese Ehrung macht Mut:
    Allen Helfenden, die sich mitunter der Verunsicherung durch andere stellen müssen, die ihr Engagement nicht teilen, ja sogar entwerten und kritisieren.

    Allen, die überzeugt sind, dass die Unterbringung und Begleitung von vier Familien ein guter Anfang ist, aber dass eine Gemeinde mit fast 4000 EinwohnerInnen doch noch ein bisschen mehr Platz hätte: zum Beispiel für drei weitere Familien, um uns ein Ziel bis Mitte 2016 zu setzen.

    Allen, die überzeugt sind, das sich unsere westlichen Werte vor allem in der Nächstenliebe und dem mit- und füreinander Einstehen in schweren Zeiten ausdrücken und es unser aller Job ist – ob Zivilgesellschaft oder Politik – die Menschen nicht auseinander zu dividieren sondern sie zusammenzuführen.

    Denn wir müssen alle auf dieser einen Welt leben können!

    Irene Kaufmann, Öffentlichkeitsarbeit


    INFO:
    Wir sind eine Initiative der Zivilgesellschaft, die, wie viele weitere Gruppen in unseren Nachbarorten und in ganz Österreich, tatkräftig zeigt, dass Integration, die keine Einbahnstraße sondern ein aufeinander zu bewegen ist, beste Erfolgsaussichten in der Bereitstellung kleiner Einheiten, Wohnungen und Häuser in unseren Gemeinden und der anfänglichen begleitende Unterstützung und Sprachvermittlung der neu ankommenden MitbürgerInnen hat. Wenn jeder Ort in Österreich diesem Beispiel folgen würde, können wir das leicht schaffen.

  4. Ein Ausflug ins Naturhistorische Museum

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    22. Februar 2016 von fhkaleu

    KinderElefantUnser Ausflug am Samstag den 20. Februar war ein großer Erfolg. Wir waren im Ganzen zehn Erwachsene und sechs Kinder und alle Beteiligten aus Kaltenleutgeben genossen es. Nach einer Anreise mit Bus, Schnell- und U-Bahn kamen wir gerade rechtzeitig zur arabischsprachigen Führung, die uns die Highlights des Museums zeigte.

    Natürlich war die fast 30.000 Jahre alte Venus von Willendorf eines davon. Insbesondere die Kinder schauten sich die Tiere ganz genau an. Die Kinder zeigten keinerlei Müdigkeit, sondern waren im Gegenteil sehr lustig und die weiten Hallen und langen Gänge regten sie zum gemeinsamen Spielen an. Nach einer Stunde trafen wir uns wieder und Kinder wie Erwachsene zeigten sich total begeistert. Und wollen unbedingt wieder herkommen.

    Anschließend ging es dann noch spontan ins Restaurant Wienerwald, wo wir uns drei Familienplatten gut schmecken ließen. Das Restaurant hat im Nu in einem Extrazimmer für uns die Tische zu einer geselligen langen Tafel zusammengeschoben und bald hatten wir unsere köstlichen Hendlplatten, die wir aus einer kurz entschlossenen Spendensammlung in unserer Initiative finanzieren konnten. Dafür herzlichen Dank den SpenderInnen!

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    Ich bewunderte die Ausdauer der Kinder an diesem langen erlebnisreichen Tag. Am lustigsten war der kleine Ryan, der beim Gang zum Restaurant durch mich angeregt immer wieder in Vorfreude „essen trinken“ wiederholte.

    Wer möchte unseren nächsten Ausflug organisieren?

    Gerda Madl, Vorsitzende Samhathi – Österreich
    Tel.: +43-0664-2711857

  5. Update zum Deutschkurs

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    16. Februar 2016 von fhkaleu

    Der Deutschkurs geht gut voran. Seit Oktober 2015 haben sich im Laufe der Zeit doch einige Niveauunterschiede ergeben, sodass wir jetzt mehr differenzieren. Für die AnfängerInnen verwenden wir Alphaplus, für die Fortgeschrittenen die Lehrbücher für die A1 Prüfung, auf die wir zielstrebig hinarbeiten.

    Wir haben sehr viel Spaß und vor allem eine erfolgreiche Kommunikation! Es ist ja nicht unser Ziel, vollkommen fehlerfrei in Deutsch zu sprechen und zu schreiben – die gelungene Kommunikation ist unser Ziel – und das klappt bereits recht gut. Dabei kommen Wertevermittlung und Situationskomik nicht zu kurz:

    Wir sprechen über das Abfahrtsrennen in Kitzbühel:
    Ich: Habt ihr das Schirennen am Samstag gesehen? Schifahren ist in Österreich sehr wichtig.
    Nora: Ja, Andrea (ihre Gastgeberin) hat immer aufgeschrien!
    Jamshid: Ja, alle Österreicher kaputt!

    Wir sprechen über krank sein und was wir tun, wenn unsere Liebsten krank sind:
    Ich: Was machst du, wenn du Muhanads Lieblingsessen gekocht hast, er aber nicht isst, weil er sagt, er hat Bauchweh?
    Samar: Ich mache das… (eindeutige Bewegung: sie schüttet den Reis über seinen Kopf).

    So kämpfen wir uns durch die deutsche Grammatik und es ist nicht leicht. Wie viele von uns haben sich schon wirklich überlegt, wann „dem“ oder „den“ kommt? In der Schule damals ja, aber dann, später?

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    Es macht auf alle Fälle Spaß und ich bin sicher, wir werden unser Ziel erreichen!

    Eva Poisel, Fremdsprachenlehrerin

     

    INFO:
    Der Deutschkurs der Flüchtlingshilfe Kaltenleutgeben findet fünfmal pro Woche in den Räumlichkeiten des KuK und der Bibliothek statt. Alle vier syrischen Ehepaare, die in Kaltenleutgeben ihr neues Zuhause gefunden haben, nehmen daran teil. Sowohl der Unterricht durch unsere Fremdsprachenlehrerin Eva Poisel und zwei weitere Deutschlehrer als auch die begleitende Kinderbetreuung durch Mitglieder unserer Initiative für jene Kinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen können, werden ehrenamtlich geleistet. Ihnen allen ein herzliches DANKESCHÖN !!!
  6. Kaffeekränzchen der Flüchtlingshilfe am 23. Jänner 2016

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    27. Januar 2016 von fhkaleu

    Trotz Grippewelle, Eiseskälte und dichtem Schneefall haben am vergangenen Samstag an die 40 Mitglieder der Kaltenleutgebner Flüchtlingshilfegruppe den Weg in den Pfarrsaal gefunden, um zusammen mit unseren vier Syrischen Familien und einigen ihrer Freunde einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen.

    collage fest JPEG(Zum Vergrößern Foto anklicken)

    Der Kuchenbuffettisch bog sich förmlich unter der süßen „Last“ diverser Köstlichkeiten wie Buchteln, Schokokuchen – sogar im Bärendesign -, Faschingskrapfen, Brombeerkuchen, Muffins und einer von Nour selbst gebackenen und liebevoll dekorierten Torte. Dazu schmeckte der von Arnold Polivka im Samowar zubereitete und in passenden Gläsern servierte arabische Rosentee ausgezeichnet. Mit seinem Outfit verlieh Arnold unserem Kaffeekränzchen den richtigen orientalischen Touch – herzlichen Dank dafür!

    Es hat uns sehr gefreut, auch den „Hausherren“, unseren Pfarrer Herrn Mag. Herbert Kraus, der uns nun schon zum zweiten Mal den Pfarrsaal für unser Fest zur Verfügung gestellt hat, sowie unseren Herrn Bürgermeister Sepp Graf in unserer Mitte begrüßen zu dürfen.

    Die inzwischen zum Teil recht beachtlichen Deutschkenntnisse unserer neuen syrischen Mitbürger und Mitbürgerinnen ermöglichten interessante Gespräche – ganz ohne Dolmetscher! Auch die Kinder hatten großen Spaß. Beim Malen, Kneten oder einfach nur Herumtoben verging die Zeit wie im Flug.

    Am Ende wurde selbstverständlich mit vereinten Kräften aufgeräumt!

    Es war ein ausgesprochen kurzweiliger Nachmittag in freundschaftlicher, ungezwungener Atmosphäre. Als sich am Abend alle auf den Heimweg machten hatte es aufgehört zu schneien – und es war spürbar wärmer geworden …

    Silvia Gruber-Demel, Co-Koordinatorin Eventveranstaltung

  7. Unser Standl am Weihnachtsmarkt

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    23. November 2015 von fhkaleu

    Da ich 15 Jahre lang im Hapimagresort Marbella (Málaga, Spanien) jeden Dezember einen Adventstand mit Hilfe von Gästen für mein Indienprojekt Samhathi machte, hatte ich die Idee, dies auch in Kaltenleutgeben für unsere Flüchtlinge zu tun. Bei der Anmeldung hatte ich noch keine Ahnung, was dort angeboten werden sollte, doch die Ideen wurden bald konkret.

    Die Flüchtlinge selbst sollten auf jeden Fall eingebunden werden. Als ersten Schritt fuhr ich mit der Hessofamilie, für die ich eine der Ansprechpartnerinnen bin, in den Obsgarten meiner Tochter nach Bad-Sauerbrunn und wir klaubten jede Menge Falläpfel auf. Am Mittwoch, wo drei Familien meist zu mir kommen, wurden sie von ihnen geschnitten und von mir dann zu Apfelmus mit Ingwer, Apfelmus mit Zimt und Nelken und sehr würzigem Apfelchutney verarbeitet.

    Am nächsten Mittwoch machten 3 Syrerinnen mit Unterstützung von Eva Winkler drei verschiedene Teige für Weihnachtsbäckerei (Vanillekipferl, Honiglebkuchen und Kekse), die ich dann am nächsten Tag mit Shamili, meiner indischen Studentin, die bei mir wohnt, zu Bäckerei verarbeitete und auf Papierteller verteilte. Besonders gute Kokosbusserln und Kekse hat auch Elisabeth Rappold beigesteuert, die auch das schöne Plakat kreiert hat.

    Weiters bat ich unsere Flüchtlinge auch selbst etwas Syrisches zuzubereiten und beizusteuern. Besonders beliebt waren die köstlichen gefüllten Weinblätter von Samar und Nora, die gleich am Eröffnungsabend verzehrt wurden. Nour machte eine große Menge mit Spinat gefüllten Teigtaschen, die dann am Samstag großen Zuspruch fanden, sodass sie für Sonntag welche nachmachen musste.

    Last not least haben Melitta und Jutta wunderschöne Basteleien in Form von Keramikkerzenständern, Untersetzern, sternförmigen Schächtelchen in Serviettentechnik für den Christbaum und kunstvoll gehäkelte Deckerln beigesteuert.

    collage Weihnachtmarkt

    Wir haben keine fixen Preise bei unseren Produkten angeschrieben, aber uns über Spenden gefreut. Alle Einnahmen kommen den Flüchtlingen zugute, die wir in Kaltenleutgeben aufnehmen. Viele KaltenleutgebnerInnen haben unseren Stand besucht, etwas für sie Passendes ausgesucht, und eine großzügige Spende zur großen Freude unserer vier Flüchtlingsfamilien hinterlassen, die Unglaubliches mitgemacht haben, bis sie endlich bei uns gelandet sind.

    Gerda Madl, Vorsitzende Samhathi-Österreich
    Tel.0043-664-2711857